Evangelische Kirche von Westfalen

Evangelisch in Westfalen: Glauben aus gutem Grund.

Gemeindepädagogik gestaltet Kommunikation des Evangeliums.

Die „Kommunikation des Evangeliums“ (Ernst Lange) ist Aufgabe der gesamten christlichen Gemeinde. Die Kommunikation deutet in besonderer Weise auf das gemeindepädagogische Handlungsfeld. Kommunikation ist ein wechselseitiges Geschehen im Miteinander. Menschen benötigen Geschehensorte bei ihrer Suche nach lebbaren Optionen. Gemeindepädagogik gestaltet solche Orte. Das Anliegen der Gemeindepädagogik ist es, Gemeinschaft so zu gestalten, dass das Evangelium erfahrbar wird. Aufgabe der Gemeindepädagogik ist die sensible Wahrnehmung der alltäglichen Lebensgeschichten und der darin liegenden (religiösen) Grundfragen der Menschen sowie die Gestaltung und Begleitung von Lern- und Bildungsprozessen im kirchlichen Umfeld. Gemeindepädagogik initiiert und begleitet Bildungs- und Lernprozesse. Arbeitsfelder der Gemeindepädagogik sind z.B. die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Erwachsenenbildung, Arbeit mit Familien und Senioren, aber auch diakonische Tätigkeiten, Beratung, freizeitpädagogische und schulnahe Angebote. Pädagogische und theologische Inhalte fließen dabei in die praktische Arbeit ein. Gemeindepädagogik sieht –nach Karl Foitzik- Gemeinde nie nur so, wie sie jetzt ist, sondern stets auch als das, was sie sein könnte und vor allem sein soll. Gemeindepädagogische Lernprozesse wirken sich auf die Strukturen und Funktionen der Gemeinde aus. Gemeindepädagogik tritt für einen  Perspektivenwechsel ein, der die Kirche aus der Perspektive der Menschen betrachten lässt und vorhandene Zugangssperren und Sichtbehinderungen zu problematisieren und beseitigen sucht.

Bielefeld, im Oktober 2009
Arbeitskreis Gemeindepädagogik 2009
Literaturbezug: Ernst Lange, Karl Foitzik, Nicole Piroth u.a.